Auf einen Blick

  • Ratten sind nachtaktive Allesfresser, die sich in Verstecken wie dem Dachboden oder Keller aufhalten und bis zu 20 Junge pro Wurf bekommen.
  • Zur Vorbeugung von Rattenbefall solltest du Lebensmittel und Müll sichern und Tierfutter abdecken.
  • Rattengift ist wirksam, aber potenziell gefährlich für andere Tiere und Menschen durch Blutgerinnungshemmende Wirkstoffe.
  • Andere Bekämpfungsmethoden umfassen Rattenfallen, Karbid, Ultraschall und das Beauftragen eines Kammerjägers.

Rattengift erweist sich in der Praxis als effektiv, um die Schädlinge zu dezimieren. Einmal aufgenommen dauert es nicht lange, bis die tödliche Wirkung eintritt. Auf diese Weise gelingt es selbst einen stärkeren Befall einzudämmen.

Doch die Wirkung ist keinesfalls gefahrlos. Auch für Haustiere und Kleintiere kann die Aufnahme tödlich enden.

Wie wirkt das Rattengift und gibt es Unterschiede bei den einzelnen Produkten?

kakerlaken
Ratten Steckbrief
Gefährlichkeit
Verbreitung
Bekämpfungsaufwand
  • Klasse: Säugetiere
  • Größe: 10 - 28cm
  • Lebenserwartung: Bis 3 Jahre
  • Ernährung: Allesfresser
  • Vermehrung: Bis zu 20 Junge pro Wurf
  • Aktivität: Nachtaktiv
  • Anzeichen: Kot, Fraßspuren, Nagespuren, Pfotenabdrücke, Gestank
  • Verstecke: Dachboden, Keller, Ritze, Spalte, hinter Wände, dunkle Ecken

Vorbeugung

  • Keine Lebensmittel zugänglich lassen
  • Mülleimer mit Deckel benutzen
  • Mülltonnen abschließen
  • Tierfutter abdecken

Bekämpfung

  • Rattengift
  • Rattenfallen
  • Karbid
  • Ultraschall
  • Kammerjäger

Wirkstoffe

Das Rattengift ist in Deutschland frei verkäuflich. Zur Rattenbekämpfung bestehen auf dem eigenen Grundstück kaum Einschränkungen. Obwohl es eine tödliche Wirkung besitzt, ist der Einsatz in einer entsprechenden Köderbox für Jedermann erlaubt.

Bei den meisten Rattengiften kommen Wirkstoffe zum Einsatz, welche die Blutgerinnung hemmen. Diese werden als Antikoagulanzien[1]https://www.gesundheitsinformation.de/glossar/antikoagulanzien.html bezeichnet. Diese machen einen Marktanteil von über 95% aus. Die genauen Wirkstoffe sind hierbei:

  • 1. Generation

Warfarin, Chlorophacinon und Coumatetralyl

  • 2. Generation

Bromadiolon, Difenacoum, Brodifacoum, Difethialon und Flocoumafen

Die genaue Wirkung beruht auf einer Hemmung der Vitamin K Synthese. Diese wird für eine optimale Blutgerinnung benötigt. Kommt es zu einem Mangel, ist die Blutgerinnung beeinträchtigt. Treten Verletzungen auf, ist das Blut derart „verdünnt“, dass die Blutung von allein nicht mehr stoppt. Damit ist ein so hoher Blutverlust verbunden, dass die Ratten daran verenden.

Doch der Tod tritt nicht sofort ein. Nach der Aufnahme treten die ersten Symptome meist nach wenigen Stunden in Erscheinung. Dies ist abhängig von der Dosis und der Lebensweise der Ratte.

Wurde das Rodentizid aufgenommen, kann dies zu unkontrollierten inneren Blutungen führen. Dies ist der Fall, wenn der gesundheitliche Zustand bereits angeschlagen war. Noch verhängnisvoller sind kleinste Verletzungen. Diese treten in der Natur täglich auf und stellen im Normalzustand keine Gefahr dar. Aufgrund der gehemmten Blutgerinnung tritt eine Wundheilung jedoch nicht ein. Die Blutung tritt ungehindert auf, bis der Blutverlust zum Tod führt.

Gehemmte Blutgerinnung

Bei den Wirkstoffen der handelsüblichen Rattengifte handelt es sich um Antikoagulanzien. Dies sind Stoffe, die die Blutgerinnung hemmen. Meist beruht die Wirkung auf einer Hemmung der Vitamin K Synthese. Ein Mangel des Vitamins führt zu einer Störung der Blutgerinnung, sodass selbst kleinste Blutungen nicht mehr zu stoppen sind. Nach wenigen Tagen verenden die Ratten aufgrund des Blutverlustes.

Was für die Schädlingsbekämpfung von Vorteil ist, ist für die Nagetiere jedoch mit einem größeren Leid verbunden. Denn der Tod tritt verzögert auf. Von der Aufnahme bis zum Ableben können bis zu 7 Tage vergehen. Dies ist nicht dem Umstand geschuldet, dass es keine effektiveren Wirkstoffe gibt, sondern bewusst gewollt.

Denn Ratten gelten als äußerst intelligente Nagetiere. Würde nach der Aufnahme des Wirkstoffes unverzüglich der Tod eintreten, würden die anderen Artgenossen den Zusammenhang zwischen dem Köder und der Wirkung verstehen. Fortan würden Sie den Giftköder meiden, sodass das Rattengift an Effektivität einbüßt.

Aufgrund der verzögerten Wirkung fällt es den Artgenossen jedoch schwer zu verstehen, dass vom Rattengift eine Gefahr ausgeht. Somit behält es seine Langzeitwirkung und die Ratten sind nicht in der Lage zu verstehen, dass dies die Aufnahme der sichere Tod für Sie bedeutet.

Es mag daher für Dich unverständlich klingen, weshalb die Nagetierbekämpfung trotz des Rattengiftes nicht unverzüglich geschieht. Doch dies hat einen nachvollziehbaren Grund und stellt sicher, dass das Rattengift langfristig wirksam bleibt und keine Köderscheu eintritt[2]https://www.agrarheute.com/tier/worauf-rattenbekaempfung-achten-sollten-549576 .

Vergiftungen anderer Lebewesen

Die Wirkung des Rattengiftes ist keinesfalls auf Mäuse oder Ratten beschränkt. Praktisch alle Wirbeltiere leiden unter dem Vitamin K Mangel und erleiden ähnliche Symptome.

Daher ist unbedingt zu beachten, dass das Gift fachkundig ausgelegt werden muss. Befinden sich Hunde, Katzen oder Kleinkinder im Haushalt, solltest Du auf das Rattengift besser verzichten. Es mag sich zwar als wirksam erweisen, doch eine Vergiftung anderer Lebewesen lässt sich nicht ausschließen. Da selbst kleinere Mengen tödlich wirken, solltest Du diese Risiken lieber nicht eingehen. Wähle andere Mittel zur Rattenbekämpfung und wende Dich lieber an einen Kammerjäger.

Gefährliches Rattengift

Die Wirkung des Rattengiftes lässt sich bei sämtlichen Säugetieren und dem Menschen beobachten. Selbst kleinste Mengen können zum vermehrten Auftreten der Blutungen führen. Bei Symptomen wie einem Unwohlsein, Erbrechen sowie häufigeren Blutungen, ist dringend der Arzt aufzusuchen.

Zu den Symptomen einer Vergiftung gehören neben allgemeinen Beschwerden, wie ein Unwohlsein oder Abgeschlagenheit auch das gehäufte Auftreten von Blutungen. Empfindlich ist etwa das Zahnfleisch, welches schon bei der kleinsten Berührung stark anfängt zu bluten. Auch andere Verletzungen lassen sich nicht mehr stoppen.

Bei diesen Anzeichen musst Du umgehend den Arzt aufsuchen. Unbehandelt führt die Aufnahme selbst kleinerer Mengen zum Tod aufgrund der eintretenden Blutarmut.

Sekundärvergiftungen

Die Wirkung setzt nicht nur bei der direkten Aufnahme ein. Es sind auch Sekundärvergiftungen möglich, die andere Tiere betreffen, die mit den Ratten in Kontakt geraten.

Einer Gefahr sind die natürlichen Fressfeinde der Ratten ausgesetzt. Neben Katzen schätzen auch Eulen, Bussarde oder Iltisse die Ratten und Mäuse als attraktive Beute. Da die Ratten sich nach der Aufnahme des Giftes zunächst normal verhalten, ist für die Raubtiere nicht erkennbar, dass von den Nagetieren eine Gefahr ausgeht.

Im Körper der Ratten setzt die Wirkung des Giftes jedoch ein. Der Wirkstoff befindet sich dort in einer höheren Konzentration, welche später zum Ableben führt. Fressen Beutetiere die Ratte entweder lebend oder nach dem Einsetzen des Todes, nehmen Sie selbst den Wirkstoff auf. So kann es dazu kommen, dass die Dosis noch hoch genug ist, um eine Lebensgefahr darzustellen.

Das Rattengift stellt daher selbst bei korrektem Einsatz ein Risiko dar. Die Substanzen sind nicht auf die Nagetiere begrenzt, sondern können sämtliche Raubtiere kontaminieren, die die Ratten fressen. Damit wird das natürliche Gleichgewicht gestört und die Rattenbekämpfung erschwert. Denn wenn das Gift auch die natürlichen Feinde der Ratten tötet, können die Nagetiere sich schneller ausbreiten.

Rückstände der Wirkstoffe wurden nicht nur in Wildtieren nachgewiesen. Auch in Fischen wurde festgestellt, dass diese die Antikoagulanzien aufnehmen. Aufgrund der starken Wirkung und der hohen Risiken solltest Du das Rattengift so sparsam wie möglich einsetzen.

Umweltgefahr

Korrekt angewandt verliert das Rattengift kaum seine Wirkung. In der Köderbox sind die Wirkstoffe so stabil, dass Sie auch nach längerer Zeit des Auslegens noch die Ratten bekämpfen. Eine Erneuerung der Köder ist daher kaum notwendig.

Was für die Anwendung von Vorteil ist, ist hinsichtlich der Umwelt jedoch mit Risiken verbunden. Denn insbesondere Wirkstoffe der 2. Generation erweisen sich als so stabil, dass sie die gesamte Nahrungskette belasten.

Belastung der Umwelt

Das Gift gelangt über die Aufnahme der Ratten auch in andere Tiere. Dort entfaltet es ebenfalls seine Wirkung und könnte zu einer Sekundärvergiftung führen. Damit ist die gesamte Nahrungskette belastet und das Gift reichert sich in den Tieren sowie Wasserorganismen an.

Denn über die Aufnahme der vergifteten Ratten gelangt der Wirkstoff in durch die Raubtiere in die Umwelt. Denn Iltisse oder andere, kleinere Raubtiere werden wiederum von größeren Raubtieren gefressen. So sammelt sich das Rattengift in zahlreichen Tieren an und gelangt selbst in Wasserorganismen.

Bei neueren Wirkstoffen kommt hinzu, dass diese nicht direkt verschluckt werden müssen. Allein der Hautkontakt reicht aus, um zumindest in geringer Konzentration in den Organismus zu gelangen. Daher ist deren Anwendung nur mit einem Sachkundenachweis in den meisten Bundesländern zugelassen.

Wirkung der Rattengifte

Die Rattengift Wirkung beruht darauf, dass nach der Aufnahme die Vitamin K Synthese gestört ist. In der Folge tritt ein Vitamin K Mangel auf, welcher die Eigenschaften des Bluts beeinflusst. Die Blutgerinnung ist gehemmt und damit treten sowohl innere als auch äußerliche Blutungen auf. Diese sind nicht mehr zu stoppen, sodass aufgrund der Blutarmut der Tod auftritt.

Die Wirkung setzt bewusst verzögert ein. Nach der Aufnahme vergehen einige Stunden, bis die ersten Symptome in Erscheinung treten. Diese sind für die Ratten jedoch zunächst kaum wahrnehmbar. Erst im Laufe der nächsten Tage werden die Blutungen so stark, dass diese zum Tod führen.

Diese verzögerte Wirkung ist wichtig, damit die Rodentizide ihre Langzeitwirkung behalten. Die Ratten stellen keinen Zusammenhang zwischen dem Köder und dem Tod her, sodass Sie weiterhin das Rattengift aufnehmen.

Die Wirkung, insbesondere der zweiten Generation ist jedoch so intensiv, dass auch Gefahren für andere Tiere und Kleinkinder bestehen. Selbst kleinere Mengen können zum Tod führen. Die Wirkung entfaltet sich zudem auch bei Raubtieren, die die vergifteten Ratten als Beute betrachten. Daher warnt das Umweltbundesamt vor der Anwendung. Der Einsatz sollte nur bei einem größeren Befall und fachgerecht durchgeführt werden. Dann sind die Risiken besser kontrollierbar und die umweltschädliche Wirkung geringer.

Möchtest Du auf das Rattengift verzichten, dann setze lieber auf Hausmittel oder Rattenfallen. Diese zeigen sich bei einem geringeren Befall ebenfalls als wirkungsvoll und helfen beim Vertreiben der Ratten im Haus oder Garten.

Häufige Fragen

Die Wirkung des Rattengiftes tritt verzögert ein. Erste Symptome sind bereits nach wenigen Stunden spürbar. Dies zeigt sich an kleineren Blutungen, die nicht stoppen. Es dauert jedoch meist wenige Tage, bis die Ratte an der Blutarmut stirbt. Die verzögerte Wirkung ist wichtig, um eine Köderscheu zu vermeiden. Dadurch bleiben die Rattenköder auch für die Artgenossen attraktiv und die Tiere realisieren nicht, dass das Gift eine Gefahr darstellt.

Der Einsatz des Rattengiftes ist für die Tiere mit gewissen Schmerzen verbunden. Es dauert überwiegend wenige Tage, bis der Tod einsetzt. In dieser Zeit sind die inneren sowie äußerlichen Blutungen mit Schmerzen verbunden.

Nach der Aufnahme des Giftes tritt der Tod nach wenigen Tagen ein. Maximal eine Woche sollten die Ratten noch überleben. Daher ist die Rattengift Wirkung nicht sofort sichtbar, sondern Du musst etwas Geduld mitbringen.

Die Rattengift Wirkung ist auch beim Menschen vergleichbar. Es treten eine allgemeine Abgeschlagenheit und vermehrte Blutungen auf. Dies zeigt sich etwa am Zahnfleisch sowie einem Nasenbluten. Auch innerlich und äußerlich lassen sich die Blutungen nicht mehr stoppen. Unbehandelt führen diese Beschwerden zu einem so hohen Blutverlust, der lebensbedrohlich ist. Selbst geringe Mengen gehen mit einer Lebensgefahr einher, sodass in jedem Fall der Arzt aufzusuchen ist.

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