Auf einen Blick
Finden sich in Deinem Garten Wespen ein, stellt dies zunächst ein großes Ärgernis für Dich dar. Die Wespen schwärmen aus und auf der Suche nach geeigneten Futterquellen lassen Sie sich auch in Deiner Nähe nieder. Scheinen der Kuchen oder die süße Limonade verlockend.
Um nicht gestochen zu werden, versuchst Du die Wespen direkt zu töten. Doch in der Praxis gelingt dies selten und die Tiere fühlen sich dadurch nur provoziert.
Damit Du dennoch Deine Ruhe vor diesen Insekten hast, stellst Du jetzt eine Wespenfalle auf oder setzt ein Wespenspray ein. Kannst Du damit zuverlässig die Wespe töten und ist dies in Deutschland überhaupt erlaubt?
Artenschutz der Wespen
Das Töten der Wespen ist in Deutschland keine gute Idee. Es gibt zwar über 10.000 Wespenarten, aber einige stehen unter einem besonderen Schutz. Ihr Bestand ist gefährdet und daher greift bei Ihnen der Artenschutz.
Das Gesetz besagt hier nach §39 Bundesnaturschutzgesetz[1]https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__39.html :
§39 Bundesnaturschutzgesetz
„Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, oder zu töten.“
Unter diese Bestimmungen fallen auch die Wespen. Sie mögen zwar relativ kleine Insekten sein und für Dich als lästig gelten, doch das Töten ist nicht erlaubt.
Denn neben dem bedrohten Bestand erfüllt die Wespe auch wichtige Aufgaben in der Natur. Sie bestäubt zahlreiche Pflanzenarten, die nicht von der Biene angeflogen werden. Zudem vertilgen Wespen die Larven von Schädlingen und erweisen sich für Gärtner als nützlich.
Du solltest es aus diesen Gründen unterlassen, die Wespen zu töten. Sie besitzen einen wichtigen Stellenwert für das ökologische Gleichgewicht und verstößt Du gegen die Bestimmungen, drohen empfindliche Bußgelder.
Hohe Strafen
Sämtliche Maßnahmen, die zum Tod der Wespen führen können oder eine Beeinträchtigung für die Tiere darstellen, sind verboten. Der Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz stellt keinen Kavaliersdelikt dar, sondern zieht eine immense Strafe nach sich.
Die genauen Regelungen sind hierbei vom Bundesland abhängig. Daher lässt sich nicht pauschal sagen, welche Konsequenz Dich trifft, falls Du eine Wespe tötest oder das Nest beschädigst.
Im Allgemeinen schwanken die Bußgelder zwischen 5.000 und 65.000 Euro. Es droht also eine empfindsame Geldstrafe, wenn Du gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstößt. Lässt sich nachweisen, dass Du Wespenfallen aufgestellt oder das Nest zerstört hast, ist solch ein Bußgeld zu erwarten.
Es hängt aber auch vom Einzelfall ab, welche Entscheidung getroffen wird. Hast Du lediglich ein einzelnes Exemplar getötet, weil dieses besonders störend war, wird von einem Bußgeld meist abgesehen.
Umgang mit den Wespen
Das Töten der Wespen verstößt gegen das Gesetz und ist aus ökologischer Sicht nicht zu empfehlen. Dies bedeutet aber nicht, dass Du die Insekten einfach in Deiner Umgebung akzeptieren musst.
Einer besonderen Bedeutung kommen hierbei Allergiker zu. Für Sie ist die Wespe nicht nur nervig, sondern stellt eine ernstzunehmende Gefahr dar. Ein Wespenstich kann tödlich enden und daher ist die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt, wenn sich die Tiere in der Nähe einnisten. Es wäre dann kaum mehr möglich den Garten zu betreten oder selbst das Fenster im Zimmer zu öffnen, wenn immer die Gefahr eines Wespenstiches bestünde.
Die Wespen töten oder mit der Anwendung eines Haarsprays zu provozieren, ist in diesen Fällen weiterhin keine gute Idee. Denn selbst das Bekämpfen der einzelnen Tiere ändert am ursächlichen Problem nichts.
Schonender Umgang mit den Wespen
Das Töten der Wespen ist keine Alternative, um mit den Plagegeistern umzugehen. Vielmehr darfst Du das Nest lediglich umsiedeln oder die Tiere mit sanften Hausmitteln vergrämen. Bist Du Allergiker und einer größeren Bedrohung ausgesetzt, dann wende Dich an einen Kammerjäger, welcher fachgerecht mit den Wespen umgeht.
Möchtest Du wieder Ruhe vor der Wespe haben, dann beauftrage einen Kammerjäger. Dieser siedelt das Nest um, sodass sich die Insekten nicht mehr bei Dir einfinden. Nur falls eine Umsiedlung nicht durchführbar ist, wäre ausnahmsweise auch ein Ausräuchern bzw. Versiegeln des Nestes angebracht. Hierfür bestehen aber hohe Hürden und keinesfalls darfst Du eigenmächtig das Nest beschädigen.
Zudem bietet es sich an, etwas vorsichtiger im Garten zu sein. Lasse keine süßen Lebensmittel[2]https://www.baden.fm/buntes/8-tipps-wie-sie-wespen-am-essenstisch-vermeiden-koennen-102972/ offen herumstehen und decke die Getränke ab. Finden die Wespen keine Futterquellen, gehen Sie woanders auf die Suche und haben keinen Grund, sich in Deiner Nähe aufzuhalten.
Verhalte Dich zudem ruhig und versuche nicht, die Wespen mit schnellen Handbewegungen zum Gehen aufzufordern. Obwohl Wespen mehrmals stechen können und als aggressiver gelten, gehen Sie nur zum Angriff über, wenn Sie sich bedroht fühlen.
Unerlaubtes Töten der Wespen
Wespen mögen für Dich eine Plage darstellen und Dir die Freude daran nehmen, einfach nur Zeit im Garten zu verbringen. Gesellen sich die Insekten doch schnell zu Dir, wenn Sie etwas Süßes auffinden.
Doch das Töten der Wespe ist keine Option im Umgang mit den Tieren. Einige Wespenarten stehen unter Artenschutz und sind im Bestand bedroht. Da Sie wichtige Aufgaben erfüllen und ein Aussterben auch ein Risiko für die Pflanzenwelt darstellt, musst Du sanfter mit den Wespen umgehen.
Beauftrage lieber einen Kammerjäger, welcher die Nester umsiedelt und vermeide es, das Essen oder die Getränke offen auf dem Tisch stehen zu lassen. Lockst Du die Wespen nicht an, ignorieren Sie Dich und setzen ohnehin nicht grundlos zum Angriff an.
Das Töten einer Wespe könnte mit einem Bußgeld von bis zu 65.000 Euro einhergehen. Gleiches gilt auch für das Aufstellen der Wespenfallen. Damit erfordert der Umgang mit der Wespe mehr Umsicht und ist nicht vergleichbar mit anderen Schädlingen.
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Sebastian Jacobitz
Ich bin Sebastian Jacobitz, Schädlingsbekämpfer aus Leidenschaft. Mit einem Abschluss im Wirtschaftsingenieurwesen von der BTU-Cottbus und jahrelanger Erfahrung in der Branche widme ich mein Leben dem Schutz von Häusern und Unternehmen vor ungebetenen Gästen. Von Ameisen über Nagetiere bis hin zu Insekten – meine Mission ist es, eine ungezieferfreie Umgebung zu schaffen und gleichzeitig umweltverträgliche Lösungen zu finden.