Für Deine Pflanzen sind Blattläuse der absolute Albtraum. Obwohl die Schädlinge relativ klein sind, richten Sie einen großen Schaden an. Sie bevölkern zu Tausenden selbst Zimmerpflanzen und dies wirft die Frage auf, woher kommen Blattläuse eigentlich?

Erfahre, welche Ursachen es für den Blattlausbefall gibt, wie sich die Pflanzenschädlinge vermehren und wie Du einem Befall vorbeugst.

Ursachen des Blattlausbefalls

In Deutschland fühlen sich mehr als 750 Blattlausarten heimisch. Die Lebensweise ist aber relativ ähnlich, sodass typische Ursachen zu einem Befall führen.

In Mitteleuropa sind überwiegend sechs Blattlausarten für die Schäden verantwortlich. Dazu zählen:

  • Große Rosenblattlaus
  • Schwarze Bohnenlaus
  • Erbsenblattlaus
  • Grüne Pfirsichblattlaus

Die Benennung der Blattläuse erfolgt nach der jeweiligen Pflanze, die Sie am liebsten befallen. Je nach Pflanzensorte musst Du daher mit einer anderen Art der Blattlaus rechnen.#

Blattläuse ernähren sich vom Pflanzensaft schwacher Gewächse. Sind die Blätter gesund und fest, haben es die Blattläuse schwer an den Pflanzensaft zu gelangen. Daher bevölkern Sie vorwiegend geschwächte Pflanzen.

Ursachen für den Befall sind:

  • Ungeeigneter Standort der Pflanze
  • Überdüngung mit Stickstoff
  • Schlechter Gesundheitszustand
  • Monokultur

Unter diesen Bedingungen hat es die Blattlaus leicht, an den Pflanzensaft zu gelangen. Sie vermehrt sich fleißig und schon bald erkennst Du die zahlreichen Punkte auf den Blättern. Greifst Du nicht ein, bedeutet der Befall meist das Absterben der angegriffenen Pflanze. Daher ist es ratsam vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, damit die Blattlaus erst gar keine Chance hat, die Blätter zu beschädigen.

Eier auf den Pflanzen

Bei Blattläusen sind die wenigsten Generationen in der Lage größere Distanzen zu überwinden. Maßgeblich für den Schädlingsbefall sind die Eier, die sich auf den Blättern befinden.

Denn im Herbst paaren sich die Männchen und Weibchen der Blattläuse und legen die Eier auf die Pflanzen ab. Diese sind in der Lage den Winter zu überstehen.

Im Frühling erwachen die Eier zum Leben. Finden Sie genügend Nahrung vor, vermehren Sie sich fleißig und richten einen großen Schaden an.

Jungfernzeugung

Die Fortpflanzung der Blattlaus ist jedoch mit einigen Besonderheiten versehen. Sie ist kaum mit dem Menschen vergleichbar, denn nicht immer sind Männchen und Weibchen notwendig, um eine neue Generation zu zeugen.

Bei Blattläusen sind Weibchen in der Lage sich ohne Begattung fortzupflanzen. Sie benötigen also kein Männchen, sondern gebären ohne aufwendige Partnersuche Nachkommen.

In diesem Fall schlüpfen die Tierchen nicht aus Eiern, sondern werden lebend geboren. Auf diese Weise ist es möglich eine große Anzahl an Nachkommen zu gebären und eine schnelle Fortpflanzung zu sichern. Erst zum Herbst, finden Männchen und Weibchen zueinander, um die winterresistenten Eier zu zeugen.

Geflügelte Blattläuse

Neben der Jungfernzeugung besteht bei Blattläusen auch die Besonderheit, dass einzelne Generationen unterschiedliche Merkmale aufweisen. In den meisten Fällen besiedeln die Blattläuse die Pflanzen und sind kaum in der Lage diese zu verlassen.

Im Herbst treten jedoch vermehrt Generationen auf, die über Flügel verfügen. So sind Sie in der Lage noch vor dem Winter sich auf anderen Pflanzen zu verteilen und dort neue Kolonien anzulegen. Dies tritt zum Beispiel bei den Arten auf, die überwiegend Rosen bevölkern. Daher ist dort beim Überwintern besonders darauf zu achten, dass keine Blattläuse dort Ihre Eier ablegen.

Wie beugst Du einem Blattlausbefall vor?

Blattläuse stammen im Frühling aus Eiern, die im Herbst auf den Pflanzen abgelegt wurden. Teilweise bilden sich auch neue Kolonien, wenn geflügelte Blattläuse sich auf den Pflanzen niedergelassen haben.

Was kannst Du nun unternehmen, um Deine Pflanzen vor den Blattläusen zu schützen und welche vorbeugenden Maßnahmen bieten sich an?

Besseren Standort finden

An oberster Stelle sollte stehen, dass Du die Gesundheit Deiner Pflanze förderst. Denn je widerstandsfähiger diese ist, desto eher überlebt sie einen Befall und die Blattläuse gelangen nicht an den nahrhaften Pflanzensaft.

Daher ist es wichtig von Anfang an auf einen geeigneten Standort zu achten. Erhält die Pflanze so viel Licht wie notwendig, ist die Erde optimal und bewässerst Du die Pflanze ausreichend?

Wenn bereits ohne Schädlingsbefall die Zimmerpflanze geschwächt erscheint, solltest Du dringend daran arbeiten. Stelle den Blumentopf an einen anderen Ort, damit sich die Pflanze erholen kann.

Gemäßigtes Düngen

In Deinem Garten möchtest Du, dass die Pflanzen so schnell wie möglich wachsen. Dafür eignet sich der Einsatz eines Düngers mit Stickstoff.

Deine Gartenpflanzen schießen in die Höhe, bieten aber gleichzeitig eine größere Angriffsfläche für Blattläuse. Denn die im Inneren reichern sich vermehrt Nährstoffe an, die auch für die Blattläuse attraktiv sind. Der Pflanzensaft ist nahrhafter und damit förderst Du das Generationswachstum.

Bevor Du einen Dünger ausbringst, ist eine Bodenanalyse sinnvoll. Mit dieser erfährst Du genau, welche Nährstoffe fehlen. Gib den Dünger dann nur in einer begrenzten Menge aus, um ein Überdüngen zu vermeiden. Deine Gartenpflanzen wachsen zügig und gesund in die Höhe, ohne dass die Blattlaus davon profitiert.

Natürliche Fressfeinde

Im Garten hast Du die Möglichkeit mit natürlichen Fressfeinden gegen die Blattläuse vorzugehen. Denn einmal aufgetaucht ist, das Bekämpfen für Gärtner mit einem hohen Aufwand verbunden und selten gelingt es jedes einzelne Tier zu vertreiben.

Da bietet sich die natürliche Hilfe der Nützlinge an, die die Blattläuse selbst fressen. Die Blattläuse sind nicht in der Lage sich zu verteidigen, weshalb Sie auf dem Speiseplan einiger Insekten und Käfer stehen. Dazu gehören:

  • Marienkäfer
  • Florfliegenlarven
  • Schwebfliegenlarven
  • Raubwanzen
  • Weichkäfer
  • Laufkäfer
  • Spinnen

Gestalte Deinen Garten so, dass diese Nützlinge sich darin wohlfühlen. Dafür bietet es sich an nicht nur auf Monokulturen und einen schön, gepflegten Rasen zu setzen, sondern auch natürlichere Ecken zu belassen. Lasse das Gras auch mal etwas höher wachsen und gewähre der Natur freien Lauf. Dann finden sich die Nützlinge in Deinen Garten ein, um Dich bei der Blattlausbekämpfung zu unterstützen.

Wahlweise kannst Du einzelne Nützlinge auch im Zoohandel erwerben. Diese setzt Du dann bewusst im Garten aus, um gegen die Blattläuse vorzugehen.

Mit Pflanzen gegen Blattläuse vorgehen

Nicht alle Pflanzen sind für die Blattläuse attraktiv. Sie halten von solchen Gewächsen einen größeren Abstand, die einen starken Geruch absondern. Enthalten die Pflanzen ätherische Öle, sind diese weniger schmackhaft und werden von der Blattlaus meist verschmäht.

Ähnlich wie bei Ameisen, kannst Du Dein Blumenbeet im Garten auch vor Blattläusen mit diesen Pflanzen und Kräutern schützen:

  • Thymian
  • Salbei
  • Oregano
  • Lavendel
  • Minze
  • Petersilie

Besteht keine Möglichkeit das Beet mit diesen Pflanzen aufzufüllen, kannst Du auch deren Blätter nehmen und am Rand ausstreuen. Der Geruch ist bereits so effektiv, dass die Blattläuse sich nicht in die Nähe begeben. Dies ist besonders ratsam, wenn fliegende Blattläuse auf der Suche nach neuen Wirten sind.

Eier auffinden

Bevor Du Deine Pflanzen zum Überwintern einlagerst, bietet sich eine genaue Kontrolle an. Meist legen Blattläuse die Eier an die Unterseite junger Triebe. Schaue, ob sich dort Eier auffinden lassen. Entferne diese mit einem kräftigen Wasserstrahl oder nutze mit Spülmittel verdünntes Wasser.

Die Eier sind recht robust und auch gegen Feuchtigkeit geschützt. Daher benötigtest Du einen etwas härteren Wasserstrahl, damit die Eier tatsächlich herunterfallen.

Da die Blattläuse meist von eingenisteten Eiern stammen, ist diese Maßnahme effektiv, um im Frühling keine negative Überraschung zu erleben. Überprüfe auch die Erde und tausche diese notfalls aus, falls ein Eibefall wahrscheinlich ist. Blattläuse haben dann keine Möglichkeit Deine Pflanzen zu befallen und der Garten oder Balkon sind zunächst sicher.

Der Ursprung der Blattläuse

Blattläuse finden sich überwiegend auf zwei verschiedene Weisen auf Deinen Pflanzen ein. Sie legen im Herbst Eier auf die Triebe, welche im Frühling zum Schlüpfen der jungen Blattläuse führen. Die Eier überleben die üblichen Winterbedingungen.

Manche Blattlausgenerationen bilden zudem Flügel aus. Mit diesen sind Sie in der Lage größere Wege zurückzulegen und neue Pflanzen zu befallen.

Führe vorbeugende Maßnahmen durch und beginne umgehend mit der Blattlausbekämpfung, um Deine Pflanzen zu schützen. Mit einer gründlichen Bekämpfung bist Du sicher vor Blattläusen und diese werden sich kaum erneut einfinden.

Häufige Fragen

Im Frühjahr schlüpfen die Blattläuse aus Eiern, die im Herbst an Triebe abgelegt wurden oder sich in der Blumenerde befinden und den Winter überstanden haben. Während der Saison bilden manche Generationen Flügel aus, mit denen Sie den Weg zu Deinen Pflanzen finden können.

Blattläuse ernähren sich vom süßen Pflanzensaft. Hierbei bevorzugen Sie geschwächte Blätter, da diese leichter zugänglich sind. Ein starkes Überdüngen und ein falscher Standort tragen dazu bei, dass sich Blattläuse auf diesen Pflanzen wohler fühlen.

Blattläuse in der Wohnung stammen meist aus kontaminierten Quellen. Die Eier haben sich bereits auf den Trieben oder der Erde befunden, sodass Du diese mit in die Wohnung eingeschleppt hast.

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