Auf der Liste der weltweit gefährlichsten Tiere für den Menschen[1]https://www.stern.de/gesundheit/die-zehn-toedlichsten-tiere-fuer-den-menschen-7218084.html würdest Du wahrscheinlich Raubtiere ganz oben erwarten. Doch es sind nicht die direkten Angriffe, die für den Menschen am gefährlichsten sind, sondern die indirekten Einflüsse.

Darunter fällt vordergründig das Übertragen von Krankheitserregern. Die Mücke gilt für den Menschen als gefährlichstes Exemplar. Ist es jährlich doch für Millionen von Toten verantwortlich.

Welche Krankheiten übertragen Mücken und sind diese auch in Deutschland verbreitet? Erfahre, welches Risiko mit einem Mückenstich verbunden ist und auf welche Weise Du Dich schützen kannst.

Infektionsrisiko in Deutschland

In Deutschland gelten Mücken zwar als lästig, sind aber als Überträger verschiedener Krankheitsüberträger in der öffentlichen Wahrnehmung wenig bekannt. Die Mückenstiche lösen einen leichten Juckreiz aus, doch weitere Gefahren seien damit nicht verbunden. Selbst eine Allergie ist kaum bekannt und so scheint die Gesundheit kaum unter dem Einfluss der Mücken zu leiden.

Dieser Eindruck hat sich im Zuge der Veränderung der klimatischen Bedingungen in Deutschland jedoch gewandelt. Denn Mückenarten, die eigentlich in wärmeren Regionen der Welt heimisch sind, treten vermehrt in Mitteleuropa in Erscheinung. Sie mögen die wärmeren Temperaturen und lassen sich ebenfalls in Deutschland nieder.

Zu den gefährlichsten Vertretern gehören die Tigermücke[2]https://www.gesundheitsamt-bw.de/lga/de/kompetenzzentren-netzwerke/arbo-baden-wuerttemberg/informationen-zur-tigermuecke/ sowie die Buschmücke. Sie sind in der Lage exotische Tropenviren zu übertragen, welche auf diesem Wege auch Einzug in Europa halten. Zwar sind derzeit noch keine Fälle auf diese Weise in Deutschland registriert, doch scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Tropenviren sich hierzulande intensiver verbreiten.

Steigende Gefahr

Im Zuge des Klimawandels siedeln sich immer mehr exotische Mückenarten auch in Deutschland an. Während bisher das Risiko vernachlässigbar und lediglich das West-Nil-Virus in Erscheinung tritt, sieht die Zukunft düsterer aus. Es ist zu erwarten, dass auch Tropenkrankheiten stärker in Deutschland Einzug halten, weshalb Schutzmaßnahmen gegen Mücken angebracht sind.

Doch nicht nur von neuen Mückenarten geht eine Gefahr aus. Auch heimische Mückenarten können als Überträger der Krankheitserreger auftreten. Voraussetzung dafür ist, dass Viren oder Bakterien diese als Wirt betrachten.

Was bisher nicht der Fall war, sieht beim West-Nil-Virus[3]https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/west-nil.html anders aus. Dieses befällt überwiegend heimische Mücken und nutzt diese zur Übertragung. Durch den Mückenstich gelangt das Virus direkt in die Blutbahn des Menschen, wo sich die Infektion auf unterschiedliche Weise äußert.

So war bislang das Infektionsrisiko relativ gering, doch zeigt sich mittlerweile eine deutliche Tendenz zu einer größeren Gefährlichkeit der Stechmücken. Sowohl heimische Arten als auch exotische Mückenarten gelten immer mehr als Überträger von Krankheitserregern, weshalb Du Mückenstiche nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen solltest.

West-Nil-Virus

In Deutschland ist eine immer stärkere Ausbreitung des West-Nil-Virus zu beobachten. Dieses wird von gewöhnlichen Mücken übertragen, welche hierzulande heimisch sind. Am stärksten betroffen ist der Nordosten Deutschlands. Um Berlin zeigt sich eine höhere Infektionsrate, wobei eine große Dunkelziffer vermutet wird.

Denn bei den meisten Menschen treten Symptome bei der Infektion mit dem West-Nil-Virus glücklicherweise nicht auf. Das Virus bleibt im Körper unbemerkt und bislang ist kaum untersucht, ob ein langfristiges Gesundheitsrisiko besteht.

Während rund 20% der Infizierten nur kurzzeitig milde Symptome verspüren, sind 1% der Menschen von der Infektion deutlich stärker betroffen. Es tritt das West-Nil-Fieber in Erscheinung, welches mit verschiedenen Symptomen einhergeht. Dazu gehören:

  • Starke, grippeähnliche Symptome (Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit)
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Hirnhautentzündung
  • Gehirnentzündung

Zunächst scheint das West-Nil-Fieber einer Grippe zu entsprechen, weshalb Betroffene darauf kaum reagieren. Allerdings verschlimmern sich die Beschwerden plötzlich und innerhalb weniger Stunden kann sich der Gesundheitszustand deutlich verschlechtern.

Die akute Erkrankung des West-Nil-Fiebers hält in der Regel nicht länger als eine Woche an. Bei günstigem Verlauf sind nach drei Tagen bereits deutliche Verbesserungen zu spüren.

Gefährlich wird das Fieber allerdings für ältere Personen oder jene mit einem geschwächten Immunsystem. Hier können Spätfolgen oder gar der Tod auftreten. Eine ursächliche Behandlung gegen das Virus besteht nicht. So ist es lediglich möglich, die Symptome abzuschwächen.

Personen, die von einem geschwächten Immunsystem betroffen sind, müssen sich zunehmend vor den Mücken schützen. Denn eine Übertragung ist durch heimische Mücken möglich, sodass keinesfalls mehr nur in weit entfernten Regionen diese Gefahr besteht.

Weltweite Überträger

Während in Deutschland das Infektionsrisiko durch Mücken überschaubar ist, sieht dies in einigen Teilen der Welt deutlich anders aus. Insbesondere in wärmeren Regionen gelten Mücken als Krankheitsüberträger und stellen eine Lebensgefahr dar.

Planst Du selbst eine Reise in den Tropen, solltest Du Dir der folgenden Krankheiten bewusst sein. Besprich vorab mit Deinem Arzt, welche Impfungen sinnvoll sind und wie Du Dich am besten schützt.

Zika

Das Zika-Virus ist weltweit auf dem Vormarsch. Sowohl in tropischen Gebieten Afrikas als auch in Süd- und Mittelamerika ist das Virus weit verbreitet. Ebenfalls ist es in Südostasien vermehrt anzutreffen.

Gefährlich ist das Zika-Virus speziell für Schwangere. Kinder sind häufiger von Behinderungen betroffen und andere Leiden betroffen. Daher gilt für Schwangere der Hinweis, Reisen in die risikobehafteten Regionen zu vermeiden.

Schwangere gefährdet

Schwangere sollten bei Reisen in tropische Gebiete besonders vorsichtig sein oder davon lieber absehen. Das Zika-Virus schädigt das Ungeborene und führt zu Komplikationen während der Schwangerschaft.

Für gesunde Erwachsene scheint das Virus weniger gefährlich zu sein. Hier treten nur in rund 20% der Fälle Beschwerden wie ein Hautausschlag, Fieber oder Gelenkschmerzen auf, die jedoch von selbst ausheilen.

Eine Impfung ist derzeit noch nicht verfügbar, wobei intensiv an einer Lösung geforscht wird. Daher ist zu erwarten, dass in den nächsten Jahren ein Impfstoff zur Verfügung steht, der Dich vor diesen Symptomen schützt.

Malaria

Während das Zika-Virus noch relativ neu ist, gilt Malaria als die bekannteste Tropenkrankheit. Sie wird von der Stechmücke Anopheles übertragen, welche vorwiegend in Afrika, Südamerika sowie Südostasien auftritt.

Die Symptome der Malaria sind vielfältig und reichen vom Durchfall über Schweißausbrüche bis zu Fieberschüben und Gliederschmerzen. Dadurch tritt eine deutliche Schwächung ein, die auch für eigentlich gesunde Personen lebensgefährlich ist.

Unbehandelt sterben etwa 10% der Infizierten, wobei das Risiko für Kleinkinder unter 5 Jahren am größten ist. Eine Impfung ist zwar nicht vorhanden, doch bestehen medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten. Ein Mittel gegen Malaria sollte daher ein Bestandteil Deiner Reiseapotheke sein.

Dengue-Fieber

Das Dengue-Fieber ist die am häufigsten von Stechmücken übertragene Krankheit. Knapp 100 Millionen Menschen erkranken jährlich am Dengue-Fieber.

In der Regel verläuft das Dengue-Fieber ohne Komplikationen und klingt nach wenigen Tagen wieder ab. Während der akuten Krankheitsphase treten starke Fieberschübe sowie Gliederschmerzen auf. Auch nach überstandener Erkrankung ist eine Phase der Abgeschlagenheit und Schwäche zu beobachten.

Schwerwiegender Krankheitsverlauf bei erneuter Infektion

Der erste Krankheitsverlauf beim Dengue-Fieber ist meist wenig dramatisch. Erst bei einer erneuten Infektion ist ein schwerer Krankheitsverlauf zu erwarten. Unterschätze das Dengue-Fieber nicht, selbst wenn die erste Erkrankung kaum mit Beschwerden einhergegangen ist.

Problematisch ist, dass erneute Infektionen meist mit einem schwerwiegenderem Krankheitsverlauf einhergehen. Eine überstandene Infektion gewährt keine Immunität, sondern birgt ein größeres Risiko. Daher ist besonders bei längeren Aufhalten ein besonderer Schutz erforderlich, um nicht von diesen Komplikationen betroffen zu sein.

Vorsichtsmaßnahmen

In tropischen Regionen sind eine Vielzahl unterschiedlicher Mückenarten zu Hause. Diese übertragen zahlreiche Krankheitserreger, sodass ein effektiver Schutz erforderlich ist. Vor der Reise solltest Du genau planen, ob Du dieses Risiko eingehen möchtest. Eine besondere Vorsicht ist für Schwangere, ältere Personen und jenen mit geschwächtem Immunsystem geboten. Für gesunde Erwachsene reicht es aus, bestimmte Grundregeln zu beachten und die Reiseapotheke aufzubessern. Dann ist die Gefahr überschaubar und es sollte Dich nicht davon abhalten, die Welt zu bereisen.

  • Impfungen

Zunächst bietet es sich an, frühzeitig zum Arzt zu gehen, um dort entsprechende Impfungen durchzuführen, die für die Reiseregion empfohlen werden. Da teilweise mehrere Dosen erforderlich sind, sollte dies bereits Monate vor der Abreise geschehen.

  • Medikamente

Gegen bestimmte Erkrankungen ist eine Behandlung mit Medikamenten möglich. Lasse Dich auch hier von Deinem Arzt beraten, um die entsprechenden Arzneimittel mitzuführen. Da diese teilweise in der Zielregion nicht verfügbar sind, ist eine gründliche Vorbereitung ratsam.

  • Schutzmaßnahmen

Zusätzlich bietet es sich an, verschiedene Schutzmaßnahmen durchzuführen. Verwende ein Anti-Mücken Mittel, führe ein Moskitonetz mit und trage überwiegend lange Kleidung. Auch ein Mückenarmband bietet einen gewissen Schutz und mit Mückenkerzen hältst Du die Insekten von Deiner Unterkunft ab. Halte Dich zudem von stehenden Gewässern fern und die Gefahr eines Mückenstichs ist deutlich geringer.

Häufige Erkrankungen durch Stechmücken

Mücken gelten als beliebte Wirte einiger Viren. Diese halten sich im Körper der Mücken auf, um beim nächsten Stich an den Menschen oder ein anderes Tier überzugehen. Durch den direkten Kontakt mit dem Blutsystem ist eine Übertragung ohne größere Hindernisse möglich.

In Deutschland mag die Gefahr der Krankheitsübertragung durch die Mücke noch gering sein. Lediglich das West-Nil-Virus wird über die Mücken verbreitet. Größer ist das Risiko in wärmeren Regionen der Welt. In Südamerika, Afrika oder Südostasien treten zahlreiche Erkrankungen auf, die über exotische Mückenarten weitergegeben werden.

Planst Du eine Reise in diese Regionen, dann informiere Dich bei Deinem Arzt oder einem Tropeninstitut, um Dich entsprechend zu schützen. Da teilweise tödliche Krankheitsverläufe möglich sind, darfst Du das Risiko nicht unterschätzen und musst die Mücke als Gefahrenquelle berücksichtigen.

Häufige Fragen

In Deutschland ist die Gefahr, die durch Mücken ausgeht, relativ gering. Die Stiche sind zwar nervig, aber selten ein Gesundheitsrisiko. Lediglich das West-Nil-Virus wird in Deutschland durch die Mücken übertragen. Weltweit ist die Mücke für den Menschen jedoch deutlich gefährlicher. Sie gibt Viren, Bakterien oder Parasiten weiter, die teils tödliche Erkrankungen auslöst. Hierzu gehören die Malaria, Dengue-Fieber oder Gelbfieber.

Die Asiatische Tigermücke gilt als einer der gefährlichsten Krankheitsüberträger. Sie ist Wirt zahlreicher Viren und fühlt sich nicht nur in Südostasien, sondern auch in Nord- und Südamerika heimisch. Zu den übertragenen Erkrankungen gehören Viren, die das Dengue-Fieber, Gelbfieber oder Zika Krankheit auslösen.

In Deutschland gelten Mücken nicht als Überträger der gewöhnlichen Grippeviren. Die Übertragung der Influenza Viren findet überwiegend durch den Menschen sowie verunreinigte Gegenstände statt.

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