Auf einen Blick

  • Du kannst Insekten vermeiden, indem du Lebensmittel verschließt und Verstecke versiegelst.
  • Bekämpfe Insekten mit Sprays, Fallen oder unangenehmen Gerüchen.
  • Eine Insektenphobie ist eine übermäßige Reaktion auf Insekten, die deine Lebensqualität einschränken kann.
  • Überwinde diese Angst durch eine schrittweise Konfrontation und/oder professionelle Hilfe.

Wie geht es Dir beim Anblick von Mücken oder Motten, die sich in Deiner Nähe befinden? Kommt es zu Schweißausbrüchen, stellen sich die Nackenhaare auf und Du möchtest sofort die Flucht ergreifen?

Dann könnte diese Überreaktion mit einer Phobie gegenüber Insekten zu erklären sein. Denn obwohl die wenigsten Menschen darüber erfreut sind, dass sich Mücken im Schlafzimmer einfinden, ist die Reaktion überschaubar. So besteht in erster Linie der Wunsch das Insekt zu vertreiben, aber wenn dies nicht gelingt, geht der Alltag wieder seinen gewohnten Gang.

Tritt bei Dir jedoch eine wesentlich stärkere und kaum nachvollziehbare Reaktion auf, könnte dies eine Insektenphobie[1]https://www.arztphobie.com/phobien/acarophobie-angst-vor-insekten/ darstellen. Wie genau äußert sich diese und wie schaffst Du es, die Angst zu überwinden?

kakerlaken
Insekten Steckbrief
Gefährlichkeit
Verbreitung
Bekämpfungsaufwand
  • Klasse: Insekten
  • Größe: Wenige cm
  • Lebenserwartung: Wenige Tage bis Monate oder Jahre
  • Ernährung: Pflanzensaft, Allesfresser
  • Vermehrung: Eiablage
  • Aktivität: Tag- & nachtaktiv
  • Anzeichen: Vielzahl der Tiere
  • Verstecke: Artabhängig

Vorbeugung

  • Sämtliche Lebensmittel verschließen
  • Verstecke versiegeln
  • Zugänge schließen

Bekämpfung

  • Insektenspray
  • Insektenfallen
  • Gerüche

Einschränkungen der Lebensqualität

Leidest Du an einer Insektenphobie, ist dies nicht mit einer üblichen Angst vergleichbar. Denn ein gewisser Respekt vor Insekten ist durchaus angebracht. Stellen bestimmte Insekten, wie Wespen oder Zecken doch eine Gefahr dar. Insbesondere, wenn Du allergisch auf Insektenstiche reagierst[2]https://allergiecheck.de/allergie-ausloeser/insektengiftallergie, ist eine Angst nachvollziehbar und Du solltest Maßnahmen zum eigenen Schutze ergreifen. Ebenso können Zecken Krankheiten übertragen, weshalb es gerechtfertigt ist, einen Spaziergang im Wald nur mit langen Hosen durchzuführen.

Eine Insektenphobie äußert sich jedoch deutlich stärker. Es gehen sowohl mentale als auch physische Symptome mit dieser Angst einher, die eine Überreaktion darstellt.

Vermeidung jeglicher Konfrontation

Die Insektenphobie führt dazu, dass Betroffene sich nicht mehr in der Natur aufhalten und den Tierchen versuchen aus dem Weg zu gehen. Ein Spaziergang im Wald oder gar der Aufenthalt auf der Terrasse sind dann nicht mehr möglich. Dies stellt eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität dar.

Typisch für die Phobie ist, dass eine Vermeidung stattfindet. Du versuchst Insekten so gut es geht aus dem Weg zu gehen. Bereits der Anblick des Insekts in weiter Ferne könnte zur Panikattacke führen und eine große Belastung darstellen.

Für Betroffene ist es daher kaum mehr möglich, überhaupt in den Wald zu gehen und die Natur zu genießen. Schließlich befinden sich dort sowohl krabbelnde Insekten wie Ameisen, als auch Mücken und Fliegen. Der Aufenthalt in der Natur geht mit einem Stress einher, sodass diese Aktivitäten gemieden werden.

Die Lebensqualität ist dadurch deutlich eingeschränkt. Bei Spaziergängen im Freien, dem Wandern oder beim Urlaub ist eine Rücksichtnahme auf die Phobie erforderlich. So grenzt sich der eigene Lebensradius eher auf städtische Umgebungen ein, in denen Insekten seltener anzutreffen sind. Dies stellt sowohl für die Person als auch deren Partner eine Belastung dar.

Worauf sich konkret die Angst bezieht, ist unterschiedlich. So besteht etwa die Angst, dass mit einem Stich oder Biss Krankheiten übertragen werden oder ein starker Schmerz auftritt. Auch die Angst vor einer allergischen Reaktion könnte vorhanden sein, obwohl keinerlei Allergie in diesem Bereich nachgewiesen wurde. Daher gilt die Insektenphobie als irrational und ist mit einem gewöhnlichen Verhalten nicht vergleichbar.

Entstehung der Angst vor Insekten

Trat die Entomophobie, also die Insektenangst, bereits von Geburt an in Erscheinung oder ist diese auf einen konkreten Auslöser zurückzuführen? Die Gründe für das Angstverhalten sind unterschiedlich.

Äußere Einflüsse

Irrationale Phobien können auf das Verhalten der Eltern oder des Umfelds zurückzuführen sein. Haben sich die Eltern gegenüber Insekten bereits ängstlich genähert, könnte sich dies beim Kind ebenfalls manifestiert haben. Denn die Eltern gelten als Vorbild und deren Reaktion überträgt sich auch auf die Kinder. Haben Eltern ein starkes Angstverhalten gegenüber den Insekten gezeigt, empfindet das Kind diese als größere Gefahr und kopiert diese Reaktion.

Erlerntes Angstverhalten

Die übermäßige Reaktion auf Insekten ist häufig von den Eltern erlernt. Kinder sehen, dass die Eltern den Insekten mit einer stärkeren Angst begegnen. Durch verschiedene Vorfälle könnte sich die bestehende Angst zu einer ausgeprägten Phobie entwickeln.

Häufig wird eine bestehende Angst durch eine konkrete Situation verstärkt. Ein negatives Erlebnis, wie ein Wespenstich im Kindesalter, könnte zur Bildung der Phobie beitragen.

Genetische Einflüsse

Vermutet wird auch ein Einfluss der Gene. Denn litt bereits ein Elternteil unter einer stärkeren Angst oder gar Phobie, könnte sich dies nicht nur im Rahmen der Erziehung, sondern auch der Genetik auf das Kind übertragen. Eine konkrete Bestätigung dieser Theorie liegt allerdings nicht vor.

Negative Erfahrungsberichte

Nicht nur durch eigene Erlebnisse kann die Phobie entstehen. Es reicht bereits, wenn Eltern oder Freunde negative Erfahrungen weitergeben. Dies könnte die Erzählung darüber sein, wie schmerzhaft der Wespenstich war oder dass durch den Biss eine gefährliche Krankheit übertragen wurde. Auch wenn das Risiko äußerst gering sein mag, manifestiert sich diese negative Erfahrung im eigenen Bewusstsein. Dies führt zu einer verzerrten Risikobewertung, sodass jegliche Insekten als große Gefahr gelten.

Symptome bei der Angst vor Insekten

Eine gewisse Angst ist gegenüber bestimmten Insekten natürlich. Denn Wespen könnten zustechen und auch andere Arten möchtest Du lieber aus dem Weg gehen. Im Rahmen einer Insektenphobie wird das natürliche Maß aber deutlich überschritten. Die Reaktion fällt wesentlich intensiver aus und in der konkreten Situation ist das eigene Bewusstsein getrübt. Die Handlungen laufen eher instinktiv und von der Angst geleitet, sodass ein Kontrollverlust stattfinden könnte.

Typisch für die Insektenphobie sind Reaktionen sowohl auf mentaler als auch körperlicher Ebene. Dazu gehören:

  • Schnellerer Herzschlag
  • Schwitzen
  • Zittern
  • Panikattacke
  • Lautes Schreien
  • Trockener Mund

Der Kontakt mit dem Insekt wird von den Betroffenen als lebensbedrohlich wahrgenommen. Demzufolge setzt der Überlebensinstinkt ein, indem eine starke Stressreaktion auftritt. Der Organismus wird in Alarmbereitschaft versetzt, um den Überlebenskampf zu gewinnen.

Kontrollverlust

Im Angesicht des Insekts tritt zunächst eine Stressreaktion auf. Der Puls ist erhöht, der Schweiß bildet sich und die Atmung ist schneller. Steigert sich diese Reaktion, geht dies mit einer Panikattacke einher, bei der ein vollständiger Kontrollverlust auftritt. Betroffene handeln nur noch instinktiv und versuchen der Situation zu entkommen.

Im Zustand der maximalen Anspannung tritt ein erhöhter Puls, ein stärkeres Schwitzen sowie Zittern auf. Ist es nicht möglich der Situation zu entfliehen, geht dies mit einer Panikattacke sowie einem aufgeregten Schreien einher. Betroffene erleiden einen kompletten Kontrollverlust und sind erst im Anschluss wieder fähig, klar zu denken. Inmitten der Panikattacke empfinden Sie sich selbst eher als Außenstehende und sind nicht mehr in der Lage, die Situation selbst zu lösen.

Angst vor Insekten überwinden

Die Insektenphobie stellt nicht nur einen gewöhnlichen Respekt vor den stechenden oder beißenden Tieren dar. Sie beeinflusst maßgeblich die Lebensqualität und verhindert, dass Betroffene sich in der Natur entspannen oder vielleicht Ihren Hobbys nachgehen.

Um wieder Waldspaziergänge zu genießen und nicht mehr unter den Panikattacken zu leiden, ist es sinnvoll bewusst daran zu arbeiten, die Angst zu überwinden. Die folgenden Schritte sind dabei zielführend.

Ursache herausfinden

Zunächst solltest Du erörtern, worauf die Angst basiert. Gab es einen bestimmten Auslöser oder ist das Verhalten von den Eltern erlernt?

In einer ruhigen Umgebung hilft es, sich den tatsächlichen Gefahren der Insekten bewusst zu werden. Denn zum Großteil sind diese komplett ungefährlich und stellen kein Gesundheitsrisiko dar. Die Angst ist nicht rational zu erklären, sondern stellt eine Überreaktion dar, die nicht dem tatsächlichen Risiko entspricht.

Sich der Angst stellen

Hast Du verinnerlicht, dass die Insekten eigentlich ungefährlich sind, geht es nun darum sich der Angst zu stellen. Schritt für Schritt testest Du dabei Deine Grenzen und versuchst diese langsam zu verschieben. Taste Dich also an einen ersten Spaziergang in der Natur heran und probiere den Insekten nicht mehr aus dem Weg zu gehen.

Schrittweise Konfrontation

Dass Insekten nicht die Gefahr darstellen, wie aufgrund der Phobie angenommen, lässt sich mit einer Konfrontation beweisen. Du näherst Dich nach und nach dem Insekt, bis Du die komplette Scheu verlierst. Am besten gelingt dies unter professioneller Anleitung im Rahmen einer Psychotherapie.

Achte dabei aber auch auf Dein Inneres. Bemerkst Du, dass das Herz anfängt, schneller zu schlagen und setzt eine deutliche Stressreaktion ein, dann beende die Konfrontation. Beim nächsten Versuch wirst Du Dich bereits besser fühlen, mehr Zeit im Wald verbringen und langsam lernen, dass die Insekten nicht lebensgefährlich sind.

Strategien zur Stressbewältigung

Die empfundene Angst geht mit einer Stressreaktion einher. Denn der Körper wähnt sich in einer lebensgefährlichen Situation, auf die er entsprechend reagieren muss.

Bist Du im Alltag einer größeren Anspannung unterlegen, genügen bereits geringe Reize, um einen deutlich spürbaren Stress auszulösen. Daher ist es ratsam, insgesamt an der eigenen Stressbewältigung zu arbeiten.

Nutze verschiedene Entspannungstechniken[3]https://www.tk.de/techniker/magazin/life-balance/aktiv-entspannen/entspannen-lernen-2006920, um wieder zur inneren Ruhe zu finden. Dies könnten Yoga oder eine Meditation sein. Nimm Dir diese Zeit im Alltag, um die Anspannung zu verlieren.

Auch im Rahmen der Konfrontation mit den Insekten kannst Du Atemtechniken verwenden, um Dich besser unter Kontrolle zu haben. Dann tritt die bekannte Angstreaktion weniger in Erscheinung und Dir gelingt es leichter, die Phobie zu überwinden.

Professionelle Hilfe

Ist die Insektenphobie tief im Bewusstsein verankert, ist es allein wahrscheinlich nicht möglich, die Angst zu lösen. Im Rahmen einer Psychotherapie gibt es verschiedene Strategien unter professioneller Anleitung, um mit der Phobie besser umzugehen.

Suche einen Therapeuten auf und sprich über Deine Ängste. Mit professioneller Unterstützung fällt es Dir sicherlich leichter, die Phobie abzulegen.

Angst vor stechenden Insekten

Die Entomophobie beschreibt eine allgemeine Phobie gegen Insekten. Dies betrifft sowohl jene Tierchen, die auf dem Boden krabbeln als auch fliegen.

Spezieller ist hingegen die Apiphobie. Diese bezieht sich allein auf stechende Insekten, wobei diese in der Regel fliegen. Somit bezieht sich diese Angst weniger auf Spinnen, sondern eher auf Wespen, Bienen oder Mücken.

Die Angst besteht hierbei, dass durch den Stich starke Schmerzen einhergehen oder Krankheitserreger übertragen werden. Betroffene leiden jedoch nicht unter einer Insektenstichallergie, sodass die Angst als irrational gilt.

Erschwerend kommt bei dieser Phobie hinzu, dass die Angstreaktion die Wahrscheinlichkeit eines Stichs erhöht. Denn häufig reagieren Betroffene panisch, schlagen um sich und provozieren auf diese Weise das Abwehrverhalten des Insekts. So setzen Wespen eher zu einem Stich an und lassen sich nur schwerer abwimmeln. Ein Teufelskreis entsteht für die Betroffenen.

Auch bei der Apiphobie sind die beschriebenen Strategien zur Angstlösung gültig. Am besten gelingt dies unter professioneller Aufsicht und in einer sicheren Umgebung. So wird der Nachmittag auf der Terrasse nicht zu einem kompletten Reinfall mehr, sollte sich dort eine Wespe verirren.

Panische Angst vor Insekten

Die wenigsten Menschen sind davon begeistert, wenn sich Insekten im eigenen Haushalt einfinden. Schließlich könnten diese Schäden hinterlassen, zubeißen oder stechen. Ein gewisser Respekt oder sogar Ekel sind gewöhnliche Reaktionen. Doch Erwachsene sind in der Lage, sich dieser Angst zu stellen und die Insekten nach draußen zu befördern. So stellt die Nähe zu den Insekten keine größere Beeinträchtigung dar.

Anders sieht dies jedoch bei einer Insektenphobie aus. Hierbei besteht eine irrationale Angst vor einem Stich oder Biss. Das empfundene Risiko ist so groß, dass jegliche Situationen gemieden werden, in denen ein Kontakt mit Insekten möglich ist. So sind Spaziergänge im Wald nicht mehr durchführbar und selbst Aufenthalte im Garten gehen mit einer Belastung einher.

Da dieses Verhalten eine deutliche Einschränkung im Leben darstellt, ist eine Behandlung zielführend, um die Angststörung zu lösen. Bei solch extremen Reaktionen bietet sich die Hilfe eines Psychologen an, um die Ursachen abzuklären und einen normalen Umgang mit den Insekten zu erlernen.

Insbesondere Eltern sollten die Tipps befolgen, damit Kleinkinder die Tiere nicht als irrationale Bedrohung wahrnehmen. So ist der Anblick von Insekten nicht mit übermäßigen Angstgefühlen verbunden und ein Aufenthalt in der Natur stellt keine Herausforderung dar.

Häufige Fragen

Die Angststörung im Zusammenhang mit Insekten kann verschiedene Ursachen haben. Es könnte auf negative Erfahrungen in der Vergangenheit beruhen oder von den Eltern erlernt sein. Denn waren die Eltern bereits ängstlich gegenüber den Insekten oder Spinnen, überträgt sich das Verhalten auch auf die Kinder.

Zunächst solltest Du herausfinden, worauf die Angst beruht und Dir klarmachen, dass von Insekten keine größere Gefahr ausgeht. Danach ist eine schrittweise Annäherung an die Insekten in einer sicheren Umgebung sinnvoll. Wende Dich an Psychologen, falls die Angst so stark ist, dass Sie Dein Leben beeinträchtigt.

Die Entomophobie beschreibt eine allgemeine Angst gegenüber Insekten. Diese grenzt sich von den spezielleren Formen, wie der Apiphobie (Angst vor schwirrenden Insekten) oder der Spheksophobie (Angst vor Wespen) ab.

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