Auf einen Blick

  • Du kannst Rattenplage durch Maßnahmen wie Rattengift, Fallen oder Kammerjäger bekämpfen.
  • Die Aufnahme von Rattengift kann beim Menschen zu ernsten Symptomen führen und sogar tödlich sein.
  • Eine sofortige medizinische Behandlung ist notwendig bei Verdacht auf Vergiftung, normalerweise wird Vitamin K verabreicht.
  • Du solltest das Rattengift sicher und verantwortungsvoll einsetzen, um Mensch und Umwelt nicht zu gefährden.

Zur Bekämpfung der gefährlichen Nagetiere erweist sich das Rattengift als effektiv. Mit dem Auslegen dieses Wirkstoffs bist Du in der Lage innerhalb kürzester Zeit die Rattenplage einzudämmen.

Doch die Wirkung zeigt sich nicht nur bei den Nagetieren. Auch bei anderen Tieren und sogar dem Menschen zeigt sich das Mittel als gefährlich. Welche Symptome treten auf, wenn Menschen das Rattengift zu sich nehmen und welche Gefahr besteht hierbei?

Stelle in jedem Fall einen verantwortungsvollen Umgang mit dem tödlichen Mittel sicher. Denn dieses erweist sich auch bei der Aufnahme geringer Mengen bereits als lebensgefährlich.

kakerlaken
Ratten Steckbrief
Gefährlichkeit
Verbreitung
Bekämpfungsaufwand
  • Klasse: Säugetiere
  • Größe: 10 - 28cm
  • Lebenserwartung: Bis 3 Jahre
  • Ernährung: Allesfresser
  • Vermehrung: Bis zu 20 Junge pro Wurf
  • Aktivität: Nachtaktiv
  • Anzeichen: Kot, Fraßspuren, Nagespuren, Pfotenabdrücke, Gestank
  • Verstecke: Dachboden, Keller, Ritze, Spalte, hinter Wände, dunkle Ecken

Vorbeugung

  • Keine Lebensmittel zugänglich lassen
  • Mülleimer mit Deckel benutzen
  • Mülltonnen abschließen
  • Tierfutter abdecken

Bekämpfung

  • Rattengift
  • Rattenfallen
  • Karbid
  • Ultraschall
  • Kammerjäger

Gefahr für den Menschen

Die Wirkung des Rattengiftes beruht in der Regel darauf, dass es die Blutgerinnung hemmt. Dies zeigt sich jedoch nicht unmittelbar nach der Aufnahme, sondern in einem kleineren Zeitabstand. Innerhalb der nächsten Stunden bis Tage treten Symptome auf, die auf eine Vergiftung hindeuten.

Was bei der Ratte meist nach wenigen Tagen zum Tod führt, ist auch für den Menschen gefährlich. Für neugierige Kleinkinder könnte dies bedeuten, dass Sie durch die Aufnahme der Giftköder die tödliche Dosis zu sich nehmen. Dann besteht dringend Handlungsbedarf. Andernfalls tritt auch bei Ihnen unbehandelt der Tod in Erscheinung.

Tödliche Gefahr

Ähnlich wie bei Ratten tritt auch beim Menschen die Wirkung des Rattengiftes in Erscheinung. Meist wenige Stunden bis Tage nach der Aufnahme, zeigen sich die Symptome, welche von einer einfachen Müdigkeit bis zum stärkeren Bluten reichen. Unbehandelt führen diese häufig zum Tod und insbesondere Kinder sind dieser Gefahr ausgesetzt.

Die Gefahr besteht nicht nur bei der direkten Einnahme des Giftköders. Legst Du das Rattengift in der Umgebung aus, ist auch eine Sekundärvergiftung möglich. Dies bedeutet, dass Wildtiere das Gift über die toten Ratten zu sich nehmen[1]https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/welche-risiken-ergeben-sich-durch-die-anwendung-von . Daher solltest Du auf den Verzehr der Wildtiere verzichten, wenn der Einsatz von Rattengiften bekannt ist.

Ebenso können die Rattengifte in Wasserorganismen gelangen. Beim Auslegen ist daher darauf zu achten, dass dies nicht in der Nähe von Bächen oder Seen erfolgt. Bereits kleine Mengen können das natürliche Gleichgewicht durcheinander bringen und enorme Schäden hinterlassen.

Symptome bei der Aufnahme des Rattengiftes

Beim Menschen ist die Wirkung nach der Aufnahme des Rattengiftes vergleichbar. Auch hier tritt eine Hemmung der Blutgerinnung auf. Die Wirkung setzt meist nach wenigen Stunden bis Tagen ein. Wie stark die Symptome sind, hängt wesentlich von der aufgenommenen Dosis sowie dem Körpergewicht ab. Da das Risiko primär bei Kleinkindern besteht, die die tödliche Wirkung des Rattengiftes schneller erreichen, ist hier größere Vorsicht geboten. Bereits geringe Dosen können unbehandelt zum Tod führen.

Zu den auftretenden Symptomen zählen:

  • Stärkere Müdigkeit
  • Erbrechen
  • Zahnfleischbluten
  • Offene Wunden
  • Blut im Stuhlgang

Während die Müdigkeit und das Erbrechen eher unspezifische Symptome sind und nicht zwingend auf die Vergiftung hindeuten, ist das vermehrte Auftreten der Blutungen ein deutlicher Hinweis auf das Rattengift. Da Kleinkinder häufiger beim Spielen kleinere Verletzungen erleiden, ist hier eine größere Aufmerksamkeit erforderlich. Zeigen sich die Abgeschlagenheit, Magenprobleme und gleichzeitig lassen sich die Wunden kaum versorgen, deutet dies auf eine Vergiftung hin. Dann ist eine zügige Behandlung erforderlich, um schlimmere Folgen zu verhindern.

Behandlung der Vergiftung

Vermutest Du eine Vergiftung mit dem Rattengift, ist ein sofortiges Handeln gefragt. Möglicherweise treten bereits innere Blutungen oder Hirnblutungen auf, die äußerlich nicht erkennbar sind. Dann schwebt Dein Kind bereits in Lebensgefahr, obwohl die Symptome zunächst mild erscheinen.

Nach der Aufnahme der Antikoagulanzien ist unverzüglich der Gang in die Notaufnahme angebracht. Die Behandlung erleichterst Du, indem Du die Verpackung des Rattengiftes mitnimmst. Darauf sind genau die Wirkstoffe benannt, sodass eine zielgerichtete Behandlung möglich ist.

Notaufnahme

Beim Verdacht einer Vergiftung musst Du die Notaufnahme aufsuchen. Versuche nicht ein Erbrechen herbeizuführen oder die Symptome mit Hausmitteln zu lindern. Dies erschwert den Ärzten die fachgerechte Behandlung. Üblicherweise wird Vitamin K als Gegenmittel verabreicht. Mit einer schnellen Reaktion lassen sich schlimmere Folgen meist verhindern.

Keinesfalls solltest Du ein Erbrechen herbeiführen oder mit Hausmitteln die Vergiftung behandeln. Dies erschwert in der Folge nur den Umgang mit der Vergiftung und führt zu Komplikationen.

Der Arzt wird neben der symptomatischen Behandlung auch das Vitamin K[2]https://www.tk.de/techniker/magazin/ernaehrung/essen-und-wissen/vitamin-k-2004776 als Gegenmittel verabreichen. Denn dieses ist für die Blutgerinnung wesentlich und eine Aufnahme der giftigen Köder führt einen Mangel herbei, welcher auch für den Mensch tödlich ist. Gehst Du frühzeitig in das Krankenhaus, lässt sich die Vergiftung zielgerichtet behandeln, sodass schlimmere Folgen verhindert werden.

Sicherer Umgang mit dem Rattengift

Die Rodentizide sind nicht nur für Ratten gefährlich. Auch beim Menschen können wenige Milligramm bereits zum Tod führen. Da der Wirkstoff geruchlos und neutral gehalten ist, ist kaum erkennbar, dass es sich um solch gefährliche Substanzen handelt. Daher bestehen gewisse Anforderungen an den Einsatz des Rattengiftes. So kommen weder Tiere, noch Kleinkinder zu schaden.

Ausbringen in Köderboxen

Zunächst besteht der Grundsatz, dass das Rattengift nur in speziellen Köderboxen ausgebracht werden darf. Diese sind so gestaltet, dass lediglich Mäuse oder Ratten mit den Wirkstoffen in Kontakt geraten. Katzen, Hunde oder Kleinkinder können die Box nicht öffnen und so kommt es nicht zum direkten Kontakt.

Das offene Auslegen der Rattengifte ist in der Regel verboten. So werden Vergiftungen anderer Tiere vorgebeugt und die Belastung der Umwelt minimiert.

Geeigneter Standort

Beim Einsatz des Rattengiftes ist auch die Wahl des Standorts entscheidend. Stelle die Köderboxen nicht wahllos auf, sondern prüfe, wo sich die Ratten des Öfteren aufhalten. Dies erkennst Du etwa an den Spuren am Boden oder den Kotresten. Da die Ratten als scheue Tiere gelten, die nur selten die angestammten Pfade verlassen, solltest Du die Köderboxen in der Nähe aufstellen. Vermeide dabei die Nähe zu Gewässern.

Regelmäßige Kontrolle

Mindestens einmal täglich solltest Du die Köderboxen kontrollieren. Hierbei ist es wichtig darauf zu achten, ob die Ratten die Giftköder vielleicht nur nach außen verschleppt, aber nicht selbst aufgenommen haben. Suche daher die Umgebung nach offenen Ködern ab, die Risiken für Wildtiere und Kinder darstellen könnten.

Suche zudem das Grundstück nach toten Ratten ab. Entsorge diese fachgerecht, damit Sie keine Gefahr mehr für die Umwelt darstellen. Andernfalls könnten Sekundärvergiftungen bei Wildtieren auftreten, die die Wirkstoffe über die Ratten aufnehmen.

Gefährliche Wirkung beim Menschen

Zur Nagetierbekämpfung erweist sich das Rattengift als wirkungsvoll und ist mit einem vergleichsweise geringen Aufwand verbunden. Nach der Aufnahme sterben die Schädlinge innerhalb weniger Tage und die Rattenplage geht deutlich zurück.

Doch die verwendeten Wirkstoffe erweisen auch für größere Säugetiere als gefährlich. Nicht nur Haustiere, sondern auch Menschen sind der Gefahr ausgesetzt. Bereits wenige Milligramm können unbehandelt zum Tod führen.

Verzichte lieber auf den Einsatz des Rattengiftes, wenn sich Kleinkinder im Haushalt befinden. Diese erkennen die Gefahr der Rodentizide nicht und könnten die Gifte in größerer Menge aufnehmen. Rattenfallen erweisen sich in diesem Fall als sicherere Methode, sind allerdings in der Anwendung etwas aufwendiger.

Stellst Du ein Unwohlsein und vermehrte Blutungen fest, dann suche umgehend das Krankenhaus auf. Dort ist eine Behandlung der Vergiftung durch die Gabe von Vitamin K möglich. Keinesfalls darfst Du ein Erbrechen auslösen oder zunächst mit dem Gang zum Arzt warten.

Sei Dir diesen Risiken beim Einsatz der Rattengifte bewusst und achte bei der Verwendung auf einen verantwortungsvollen Umgang. Dann sind die Gefahren für den Menschen und die Umwelt minimal, sodass Du Dein Haus wirkungsvoll von den Mäusen befreist.

Häufige Fragen

Wie schnell die Wirkung eintritt, hängt von der aufgenommen Dosis und dem eigenen Körpergewicht ab. Dabei variiert der Wirkungseintritt von wenigen Stunden bis Tagen. Bei Kleinkindern zeigen sich die Beschwerden üblicherweise schneller und schwerwiegender als bei Erwachsenen.

Bereits geringe Mengen des Rattengiftes wirken tödlich. Unbehandelt sind die Überlebenschancen für Kinder sehr gering, da diese aufgrund der bestehenden Neugier meist tödliche Dosen aufnehmen. Bei einem Verdacht einer Vergiftung ist dringend der Gang in die Notaufnahme notwendig.

Rattengift löst beim Menschen ähnliche Symptome aus, wie bei den Nagetieren. Diese reichen von einem allgemeinen Unwohlsein und Magenbeschwerden, hin zu vermehrten Blutungen. Zahnfleisch- oder Nasenbluten sind charakteristisch für das Rattengift, da diese die Blutgerinnung hemmen. Auch kleinere Wunden hören nicht mehr auf zu bluten und deuten auf das Rattengift hin.

Die Aufnahme erfolgt primär oral, kann aber auch über die Haut geschehen. Daher ist beim Umgang mit dem Wirkstoff immer eine besondere Vorsicht geboten. Es sollten Handschuhe und lange Kleidung getragen werden.

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