Auf einen Blick

  • Ratten sind gefährliche Schädlinge, die Krankheiten übertragen und sich schnell vermehren.
  • Du kannst Rattenbefall durch Kot, Nagespuren, Geruch und Pfotenabdrücke erkennen.
  • Zur Bekämpfung kannst du Fallen, Gift, Hausmittel einsetzen oder einen Schädlingsbekämpfer beauftragen.
  • Als Vorbeugung solltest du Lebensmittel sicher verstauen, Müll sorgfältig entsorgen und potenzielle Zugänge verschließen.

Ratten gehören zu den hartnäckigsten Schädlingen, die sich in Deiner Wohnung niederlassen können. Sie gelten als Überträger zahlreicher Krankheiten und breiten sich rasant aus. Bekämpfst Du die Nagetiere nicht umgehend, stehst Du schon bald vor einem kaum lösbaren Problem.

Wie gelingt es Dir, die Ratten in der Wohnung frühzeitig zu erkennen und welche Mittel erweisen sich bei der Bekämpfung als effektiv? Im Nachstehenden erhältst Du einen umfassenden Überblick, der sich mit Ratten in der Wohnung befasst und Dir Lösungsstrategien aufzeigt.

kakerlaken
Ratten Steckbrief
Gefährlichkeit
Verbreitung
Bekämpfungsaufwand
  • Klasse: Säugetiere
  • Größe: 10 - 28cm
  • Lebenserwartung: Bis 3 Jahre
  • Ernährung: Allesfresser
  • Vermehrung: Bis zu 20 Junge pro Wurf
  • Aktivität: Nachtaktiv
  • Anzeichen: Kot, Fraßspuren, Nagespuren, Pfotenabdrücke, Gestank
  • Verstecke: Dachboden, Keller, Ritze, Spalte, hinter Wände, dunkle Ecken

Vorbeugung

  • Keine Lebensmittel zugänglich lassen
  • Mülleimer mit Deckel benutzen
  • Mülltonnen abschließen
  • Tierfutter abdecken

Bekämpfung

  • Rattengift
  • Rattenfallen
  • Karbid
  • Ultraschall
  • Kammerjäger

Gefahr der Ratten

Ratten mögen auf den ersten Blick kaum gefährlich wirken. Sie halten lieber Abstand zum Menschen und gelten als intelligente Tiere. Sie gehören sogar zu den beliebtesten Haustieren und daher fällt es schwer zu glauben, weshalb der Rattenbefall ein Risiko darstellt. Doch aufgrund folgender Faktoren ist ein rasches Bekämpfen der Nager notwendig.

Krankheitsüberträger

Während zahme Hausratten als ungefährlich gelten, ist dies bei wilden Ratten nicht der Fall. Sie halten sich meist in der Kanalisation oder anderen Orten auf, wo Sie mit zahlreichen Krankheitserregern in Kontakt geraten. Diese nehmen Sie auf, ohne jedoch selbst daran zu erkranken. Sie gelten daher nur als Zwischenwirt für die Bakterien oder Keime, welche das Ziel haben, zum Menschen zu gelangen.

Probleme mit einem Rattenbefall?

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Auf diesem Wege wird angenommen, dass Ratten bis zu 120 Infektionskrankheiten übertragen[1]https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/schadlingsbekampfung/ratten_und_mause/artikel_zum_thema_ratten/ratten-als-krankheitsuebertraeger-73203.html könnten. Diese sind in der Lage, zu gefährlichen Erkrankungen zu führen. Dazu gehören u.a.:

  • SARS
  • Typhus
  • Cholera
  • Pest

Zudem nisten sich auf den Ratten auch Flöhe oder Zecken ein. Diese stellen wiederum aufgrund des hohen Krankheitspotentials sowohl für Menschen als auch Haustiere eine Gefahr dar. Die Nähe zu Ratten ist daher unbedingt zu meiden.

Schäden

Neben der eher unsichtbaren Gefahr, die von Krankheitserregern ausgeht, sind andere Schäden deutlich sichtbarer. Denn die Ratten erweisen sich als aktive Nager, die deutlich Ihre Spuren hinterlassen.

Kräftige Zähne

Ratten besitzen eine gute Nase und nehmen Futterquellen über eine größere Entfernung wahr. Mit Ihren starken Vorderzähnen arbeiten Sie sich durch Holz und fressen mitunter Kabel an. Diese Spuren sind mit großen Folgeschäden und Risiken verbunden.

Sie verfügen über einen feinen Riechsinn und spüren Sie eine Futterquelle auf, versuchen Sie unbedingt hinzugelangen. Dies bedeutet, dass Sie sich mit Ihren kräftigen Vorderzähnen durch Möbel, Verpackungen oder selbst die Bausubstanz arbeiten. Als Allesfresser sind Sie wenig wählerisch und nagen sich Stück für Stück zu Deinen Lebensmitteln vor.

Dabei ist auch zu beachten, dass Ratten Kabel anfressen und auf diese Weise Kurzschlüsse sowie Kabelbrände auslösen können. Somit besteht insbesondere in älteren Wohnungen, die noch über unzeitgemäße Elektroinstallationen verfügen, ein größeres Sicherheitsrisiko.

Den Rattenbefall erkennen

Ratten können sich an die unterschiedlichsten Lebensumgebungen anpassen. Fühlen Sie sich bei Dir wohl und haben sich vorerst eingenistet, folgt schon bald der Nachwuchs. Die Tragezeit der Mütter beträgt nur rund drei Wochen. Dann wächst bereits die nächste Generation heran, die Ihre Spuren hinterlässt.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, ist ein schnelles Handeln gefragt. Achte auf die folgenden Spuren, um den Rattenbefall in der Wohnung frühzeitig zu erkennen. Handelt es sich nur um vereinzelte Nager, gelingt die Bekämpfung der Ratten umso leichter.

Rattenkot

Ratten gelten als relativ reinliche Tiere. Sie hinterlassen den Kot daher nicht im eigenen Versteck, sondern erleichtern sich lieber in sicherer Entfernung. Daher kann es passieren, dass Du den Rattenkot in Deiner Wohnung entdeckst.

Reiskorngroße Hinterlassenschaften

Die Ratten erleichtern sich nicht innerhalb des Verstecks, sondern suchen bevorzugt den gleichen Platz auf. Dort geben Sie die kleinen Kotkrümel von sich, die etwa 1 bis 2cm lang werden. In der Farbe reichen sie von dunkelbraun bis schwarz.

Äußerlich erinnert dieser von der Größe und Form an ein Reiskorn. Die Farbe ist jedoch dunkelbraun bis schwarz. Zudem hinterlässt die Ratte eine ganze Ansammlung des Kots an einer Stelle. Bis zu 40 Kotkrümel scheidet Sie im Laufe des Tages aus.

Strenger Geruch

Nisten sich in Deiner Wohnung Ratten ein, geht dies mit einem strengen Geruch einher. Dieser ist nicht zwingend auf Urin oder gar tote Exemplare zurückzuführen. Die wenig angenehme Duftmarke entsteht, weil Ratten damit Ihre Laufwege markieren. Sie nutzen den Gestank also zur Orientierung und weisen der eigenen Gruppe den Weg. So umgehen Sie mögliche Gefahren und fühlen sich in Sicherheit.

Nagespuren

Um an das Futter zu gelangen oder das eigene Nest zu bauen, setzen Ratten Ihre kräftigen Vorderzähne ein. Davon besitzen Sie zwei Exemplare, die im Laufe des Lebens ständig nachwachsen. Dies macht deutlich, welch hoher Beanspruchung die Zähne ausgesetzt sind.

Prüfe die Verpackungen Deiner Lebensmittelvorräte oder andere Stellen nach auffälligen zwei Rillen, die dicht nebeneinander liegen. Sie sind ein Zeichen dafür, dass die Ratte sich daran zu schaffen gemacht hat.

Pfotenabdrücke

Auffällig sind zudem die Pfotenabdrücke der Ratten. Diese kannst Du besonders deutlich auf dem staubigen Dachboden oder dem Keller erkennen. Dort ist der Boden mit einer feinen Staubschicht bedeckt, wo die Pfotenabdrücke besser zur Geltung kommen.

Ratten verfügen über lange, dünne Zehen, wobei der Fuß ebenso schmal ist. Fuß und Zehen berühren komplett den Boden, sodass keine Lücke in den Abdrücken zu erkennen ist. Auch im Garten könntest Du diese Spuren sehen, wenn es sich um eine größere Wanderrate handelt.

Erste Schritte bei einem Rattenbefall in der Wohnung

Als Mieter möchtest Du, dass die Ratten möglichst schnell verschwinden. Doch da Dir die Wohnung nicht gehört, bist Du in Deiner Handlungsfreiheit eingeschränkt. Du musst Dich an die rechtlichen Vorgaben halten und die folgenden Hinweise beachten.

Rattenbefall melden

Ratten gelten als gefährliche Schädlinge. Deswegen besteht das Ziel, die Ausbreitung der Nager möglichst genau nachzuvollziehen. Ein Befall ist demzufolge meldepflichtig.

Dieser Pflicht kommst Du nach, wenn Du Dich beim zuständigen Ordnungsamt meldest. Diese nehmen entweder die Meldung[2]https://notprofi.de/ratgeber/ratten-meldepflicht direkt entgegen oder leiten Dich an die richtige Stelle weiter. Teilweise ist auch das Gesundheitsamt der richtige Ansprechpartner.

Dem Vermieter den Befall mitteilen

Neben der Meldung an die offizielle Stelle, musst Du auch Deinen Vermieter über den Befall aufklären. Denn dieser ist zunächst in der Pflicht, diesen Mangel zu beseitigen. Als Eigentümer ist er für den ordnungsgemäßen Zustand der Wohnung verpflichtet. Dementsprechend leitet Er erste Maßnahmen ein, um den Rattenbefall in den Griff zu bekommen.

Vermieter in der Pflicht

Ist Deine Wohnung von Ratten befallen, ist der Vermieter zunächst für die Bekämpfung verantwortlich. Denn Er stellt den ordnungsgemäßen Zustand der Wohnung sicher und muss für sämtliche Mängel aufkommen. Lediglich bei einem schwerwiegendem Verschulden des Mieters wären die Bekämpfungskosten übertragbar.

Sollte Dein Vermieter untätig bleiben, stehen Dir weitere Rechtsmittel offen. Dazu gehört, dass Du die Miete minderst und einen Schädlingsbekämpfer auf Kosten des Vermieters engagierst. Hole Dir hierzu jedoch professionelle Unterstützung ein, bevor Du diese Maßnahmen durchsetzt.

Ratten in der Wohnung bekämpfen

Als Eigentümer der Wohnung oder wenn der Vermieter sich untätig zeigt, könntest Du die Ratten selbstständig bekämpfen. Dafür stehen folgende Mittel zur Verfügung.

Rattenfallen

Bei einem kleineren Befall erweisen sich Rattenfallen als günstige Lösung. Diese gibt es sowohl in tödlichen als auch nicht-tödlichen Varianten. Das Aufstellen ist für Dich als Laie erlaubt, wobei Du die Hinweise des Herstellers beachten musst.

Da die Ratten eine feine Nase besitzen, musst Du beim Handhaben der Fallen stets Handschuhe tragen. Stelle die Rattenfallen in der Nähe der üblichen Laufwege auf. Statte das Innere mit einem attraktiven Köder aus. Als effektiv erweisen sich Brot mit Nuss-Nougat-Creme sowie riechende Lebensmittel, wie Fleisch, Fisch oder Käse.

Zunächst könnten die Nager noch eine Scheu vor den Fallen besitzen und sich nicht an den Köder trauen. Diese Angst verlieren Sie aber in den nächsten Tagen, sodass Sie in die Falle gehen.

Kontrolliere die Fallen mindestens einmal täglich. Dann entsorgst Du die Nager oder setzt Sie weit entfernt vom Haus aus.

Rattengift

Bei einem größeren Befall erweist sich die Anwendung der Rattenfallen als äußerst aufwendig. Damit fängst Du immer nur einzelne Tiere und Du musst die Falle immer wieder erneut einsatzbereit machen.

Effektiv aber gefährlich

Bei einem ausgeprägten Befall ist Rattengift das beste Mittel, um eine Vielzahl der Schädlinge zu bekämpfen. Doch der Einsatz ist mit größeren Risiken verbunden und nur Fachpersonal vorbehalten.

Haben sich bereit einige Ratten bei Dir eingefunden, könnte Rattengift die letzte Lösung darstellen. Dieses muss in speziellen Köderboxen ausgebracht werden. Der Einsatz ist zudem nur Fachleuten vorbehalten, die über einen entsprechenden Sachkundenachweis verfügen.

Da Rattengift auch für andere Tiere sowie Kleinkinder lebensbedrohlich ist, ist der Einsatz mit großer Vorsicht verbunden. Lediglich Fachleute ist der Gebrauch vorbehalten, sodass Du diese Mittel nicht selbst als Laie ausbringen darfst.

Hausmittel

Als Alternative zum Rattengift könntest Du auch mit Hausmitteln versuchen, die Ratten zu vertreiben. Sie reagieren auf einige Gerüche empfindlich und lassen sich damit vielleicht in die Flucht schlagen. Einen Versuch wert sind diese Geruchsquellen:

  • Nelkenöl
  • Essig
  • Menschen- oder Katzenhaare
  • Kalkanstrich

Diese Mittel gibst Du auf die Laufwege der Ratten und hoffst, dass diese sich dadurch so gestört fühlen, dass Sie lieber das Weite suchen. Als wirksam erweist sich zudem Cayennepfeffer oder Chili. Nehmen die Ratten diese scharfen Gewürze auf, bleibt das Brennen im Gedächtnis. Sie meiden daraufhin diesen Bereich, sodass die Schärfe einen dauerhaften Eindruck hinterlässt.

Schädlingsbekämpfer

Ist es Dir selbst nicht gelungen, den Rattenbefall einzudämmen, solltest Du lieber früher als später den Schädlingsbekämpfer beauftragen. Dieser mag zwar mit höheren Kosten einhergehen, doch die hohe Effektivität macht sich bezahlt. Denn dem Kammerjäger stehen andere Mittel zur Verfügung und er verfügt über einen größeren Erfahrungsschatz beim Bekämpfen der Ratten.

Dadurch verlassen die Tiere schneller die Wohnung sowie die Umgebung. Ein erneuter Befall ist unwahrscheinlicher und Du verhinderst teure Schäden, die durch die Ratten entstehen.

Eigentlich ist es die Aufgabe des Vermieters, einen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Doch bleibt dieser untätig, darfst Du eigenmächtig einen Fachmann engagieren und die Kosten[3]https://praxistipps.focus.de/kammerjaeger-kosten-fuer-die-schaedlingsbekaempfung_141259 an den Vermieter weiterleiten.

Vorbeugende Maßnahmen

Wurden die Ratten erfolgreich bekämpft, solltest Du Dich fragen, weshalb diese sich bei Dir wohlgefühlt haben. Denn schließlich könnte es passieren, dass erneut die Nagetiere in Deine Wohnung eindringen, wenn Du die Ursachen des Rattenbefalls nicht beseitigst. Führe die nachstehenden Maßnahmen durch, damit die Nager auch zukünftig auf Abstand bleiben.

Essensreste entsorgen

Als Allesfresser machen sich die Ratten über sämtliche Lebensmittel her, die Sie finden können. Lässt Du Essensreste offen stehen, ist dies ein gefundenes Fressen. Die Nager nehmen den Geruch wahr und begeben sich zugleich zur Futterquelle.

Keine Futterquelle bieten

Ratten scheuen eigentlich die Nähe zum Menschen. Dass Sie dennoch in Deine Nähe gehen, liegt meist an dem Zugang zu Futterquellen. Denn die Ratten nehmen bereits aus größerer Entfernung die Lebensmittel oder Essensreste wahr. Entsorge diese umgehend und verwende geschlossene Mülleimer sowie Futternäpfe für Deine Haustiere. Dann haben die Nagetiere seltener einen Grund, sich in Deiner Wohnung einzunisten.

Daher gilt die Empfehlung, dass Du Essensreste umgehend entsorgst und nicht das alte Geschirr für längere Zeit herumstehen lässt. Die Abfälle gehören wahrscheinlich in die Bio-Tonne. Nutze kompostierbare Tüten, in denen Du die Reste sicher entsorgst und keine Ratten anlockst.

Mülleimer mit Klappe

Der Geruch könnte auch von Deinem Mülleimer stammen. Denn immer mal wieder finden sich dort Lebensmittelverpackungen oder andere Abfälle ein, die für Ratten von Interesse sind.

Einen höheren Schutz bieten Mülleimer mit Klappe. Diese halten nicht nur den Geruch fern, sondern erschweren das Eindringen in den Müll. Solche Modelle sind offenen Mülleimern dringend vorzuziehen.

Gleiches gilt auch für die Futternäpfe Deiner Haustiere. Das Tierfutter ist ebenso schmackhaft für die Ratten, weshalb sich auch hier Ausführungen mit einem Deckel anbieten.

Lebensmittel sicher verstauen

Deine Vorräte glaubst Du, sind im Schrank sicher. Doch mit Ihren kräftigen Zähnen können sich die Nager durch das Holz arbeiten und einen Zugang zu den Vorräten erhalten.

Daher gilt die Empfehlung, dass Du die Lebensmittel zusätzlich in dickeren Kunststoffbehältern oder Dosen aufbewahrst. Diese sind für die Ratten schwerer zu durchdringen und Du vermeidest eine Kontamination durch die Schädlinge. Diese Vorsichtsmaßnahme ist auch bei Lebensmitteln im Kühlschrank angebracht.

Zugänge verschließen

Des Weiteren sind Nachforschungen zu betreiben, um herauszufinden, über welche Wege die Ratten in die Wohnung gelangt sind. Schwachstellen sind oftmals Kellerfenster sowie Abflussrohre. Es ist kein Mythos, sondern belegt, dass Ratten über die Toilette in die Wohnung gelangen können.

Um dies zu verhindern, bietet sich die Installation einer Rattenklappe an. Diese befindet sich direkt in den Rohren und lässt sich nur zu einer Seite öffnen, sodass den Nagern von außen kein Zutritt möglich ist.

Bei älteren Häusern und Wohnungen könnten zudem Ritzen und Spalten das Eindringen ermöglichen. Hier ist eine genauere Prüfung notwendig, um die Ratten in der Wand aufzuspüren.

Tipps für Mieter

Als Mieter erweisen sich die Ratten als großes Ärgernis. Du kannst kaum mehr schlafen und die Lebensqualität ist deutlich beeinträchtigt. Doch gleichzeitig bist Du auf den Vermieter angewiesen, damit dieser gegen den Befall vorgeht. Wie kannst Du als Mieter einen größeren Druck ausüben, um das Problem in den Griff zu bekommen?

Mietminderung

Die Rechtsprechung ist deutlich und sagt, dass der Vermieter für die Schädlingsbekämpfung zuständig ist, insofern der Mieter daran keine Schuld trägt. Daher muss zunächst auch der Vermieter die Kosten dafür tragen und schnellstmöglich die Ratten beseitigen.

Miete mindern

Der Vermieter ist für die Bekämpfung der Ratten in der Wohnung verantwortlich. Kommt er Seiner Pflicht nicht nach, besteht die Möglichkeit einer Mietminderung. Diese darf in Extremfällen bis zu 100% betragen.

Bleibt der Vermieter untätig oder wird infolge der Bekämpfungsmaßnahmen die Wohnung unbrauchbar, sind Minderungen bis zu 100%[4]https://www.anwalt.de/rechtstipps/maengel-mietminderungsquote-bei-maeusen-und-ratten_139123.html möglich. Dies ist etwa der Fall, wenn Giftköder ausgebracht wurden und Zimmer dadurch nicht betreten werden dürfen.

Das eigenmächtige Kürzen der Miete ist jedoch nicht angeraten. Wende Dich an einen Anwalt, um Dich beraten zu lassen. Mit dessen Hilfe ist eine rechtssichere Umsetzung der Mietminderung möglich.

Beauftragung des Schädlingsbekämpfers

Eigentlich muss der Vermieter sich um den Rattenbefall kümmern, was in der Praxis bedeutet, dass er einen Profi engagiert, welcher die Nager beseitigt. Ignoriert der Vermieter jedoch den Befall, sind weitere Schritte anzuraten.

Zunächst ist eine Frist zu setzen, bis zu welcher der Vermieter tätig werden muss. Lässt der Vermieter die Frist einfach verstreichen, ist der Gang zum Anwalt anzuraten. Dann ist eine Klage auf Mängelbeseitigung zulässig. Auch das eigenmächtige Beauftragen des Schädlingsbekämpfers ist erlaubt, wobei die Kosten vom Vermieter zu tragen sind.

Der Rattenbefall stellt einen schwerwiegenden Mangel dar, sodass Mieter sich dringend an den Vermieter wenden müssen. Als weitere Unterstützung könnte der Mieterschutzbund oder ähnliche Beratungsstellen dienen.

Die Rattenplage in der Wohnung

Ratten gelten als äußerst unangenehme Schädlinge. Sie übertragen gefährliche Krankheitserreger, hinterlassen deutliche Fraßspuren und vermehren sich innerhalb kürzester Zeit.

Entdeckst Du die ersten Anzeichen eines Rattenbefalls in der Mietwohnung, musst Du umgehend tätig werden. Zeige den Befall dem Ordnungsamt an und teile dem Vermieter die Anwesenheit der Schädlinge mit. Dieser ist dann für die Bekämpfung zuständig.

Mit einfachen Hausmitteln könnte es Dir aber auch selbst gelingen, die Ratten zumindest etwas auf Abstand zu halten. Hierfür eignen sich intensive Gerüche oder Chili, welche Du auf den Laufwegen gibst.

Am effektivsten erweist sich der Kammerjäger zur Bekämpfung der Ratten. Er verfügt über einen breiteren Erfahrungsschatz und wird nachhaltig die Nagetiere beseitigen.

Häufige Fragen

Ratten sind scheue, nachtaktive Tiere. Sie bevorzugen dunkle Ecken oder wenig genutzte Räume, um sich dort zurückzuziehen. Am ehesten nisten sich die Ratten im Dachboden oder dem Keller ein. Von dort gelangen Sie auf den Balkon oder auf anderem Wege in Deine Wohnung. Auch die Toilette bietet eine Zugangsmöglichkeit, die Du prüfen musst.

Gegen die Ratten erweisen sich Fallen, Gifte sowie Hausmittel als nützlich. Die Verantwortung für die Bekämpfung obliegt zunächst jedoch dem Vermieter. Daher solltest Du nicht eigenmächtig handeln. Insbesondere das Rattengift darf nur von Fachpersonen ausgebracht werden.

Ratten gelten als geschickte Kletterer und können auf verschiedene Wege in die Wohnung gelangen. Dies ist unter anderem über die Toilette sowie dem Balkon möglich. Angesichts dessen bietet sich die Installation einer Rattensperre in der Rohrleitung an. Diese ist für die Nagetiere unüberwindbar.

Auf den Ratten fühlen sich eine Reihe von Krankheitserregern heimisch. So stehen die Nagetiere im Verdacht, bis zu 120 Infektionskrankheiten auszulösen. Diese sind mitunter lebensgefährlich. Daher wird dringend empfohlen, den direkten Kontakt zu vermeiden. Auch im Kot befinden sich die gefährlichen Erreger.

Als Mieter bleibt Dir die Option, mit einer Mietminderung Druck gegenüber dem Vermieter auszuüben, wenn dieser untätig bleibt. Die Höhe der Minderung ist vom Ausmaß des Befalls und den eintretenden Mängeln abhängig. In Extremfällen ist eine Minderung von 100% zulässig, wenn ganze Räume unbenutzbar werden oder vorübergehend die Wohnung verlassen werden muss.

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